Rückblick Barbara-Konzert 2017

"Herzlichen Dank..." Ein vielfältiges Programm bot der Musikverein Freilingen beim traditionellen Barbarakonzert den begeisterten Gästen im vollbesetzten Saal der Gaststäte Meiershof am 2. Dezember. Bei aller Freude über die abwechslungsreiche Musik und die Ehrung langjähriger Mitglieder stand das Konzert nicht nur im Zeichen des 65. Vereinsjubiläums, sondern auch der Verabschiedung des langjährigen Dirigenten Hans-Gert Knutzen in den musikalischen Ruhestand. Ein herzliches Dankeschön an den Verein und den Dirigenten !

Niemals geht man so ganz...Das könnte auch das Motto des scheidenden Dirigenten Hans-Gert Knutzen sein, der nach 12 Jahren Dirigententätigkeit in Freilingen seinen Taktstock an "einen 8 Zoll Nagel aus der Schreinerei Riethmeister hängen" will. Immerhin bleibt er dem Verein als inaktives Mitglied erhalten und freundschaftlich verbunden.

Zum Abschied hatte sich Hans-Gert Knutzen das Programm nach seinen eigenen Wünschen und Vorstellungen zusammenstellen dürfen. Heraus kam bei dieser Wunschparade ein abwechslungsreiches Programm mit musikalischen Highlights aus den letzten 12 Jahren seiner Dirigententätigkeit in Freilingen, mit dem der Musikverein dann auch gleichzeitig in würdiger Weise sein 65jähriges Vereinsjubiläum im vollbesetzten Saal der Gaststätte Meiershof feiern konnte. 

Zu Beginn des wie immer vom Dirigenten in unterhaltsamer Weise moderierten Konzertes gab es einen fulminanten Auftakt mit dem Aces High March. Hans-Gert Knutzen: "Ein außergewöhnlicher Marsch. So stellen sich die Engländer vor, wie sich ein deutscher Marsch anzuhören hat."

"Das könnte auch der Titel für mein Leben sein" führte er anschließend zum Programmpunkt "Music" von John Mils aus, das mit seinem 7/8 Takt schon eine musikalische Herausforderung für die Musiker darstellte. 

Instrumentales Können forderte aber auch das folgende Stück "Hänsel und Gretel" nach der Oper von Engelbert Humperdinck. "Als wir 2005 dieses Stück zum ersten Mal einstudiert haben, waren die Tenorhörner nur mit jeder Menge Alkohol dazu zu bewegen, diesen Titel zu spielen. Verständlich bei diesen schweren Stimmen!"

Nach der schwungvollen Polka "Von Freund zu Freund" und dem musikalischen Abstecher in die Teenie- und Schlaghosenzeit des Dirigenten mit einem Arrangement aus dem Musical Jesus Christ Superstar von Andrew Lloyd Webber kam mit "Highlights from Frozen/Eiskönigin" ein Titel zur Aufführung, die sich die Musiker bzw. vor allem die jüngeren Musikerinnen selber gewünscht hatten und mit dem Hans-Gert Knutzen wieder einmal zeigte, wie kooperativ die musikalische Zusammenarbeit während seiner 12jährigen Dirigententätigkeit auch bei der Musikauswahl verlief. 

Die Bedeutung der Einbindung der Jugend und damit des Nachwuchses des Vereins stellte dann auch anschließend Landrat Günter Rosenke in seinen Grußworten in den Mittelpunkt. Er hatte es sich nicht nehmen lassen, trotz eines vollen Terminkalenders bis zur Pause wenigstens für eine Halbzeit nach Freilingen zu kommen und mit den Glückwünschen auch "ein paar besondere Noten" des Kreises zu überbringen. "Ich habe bei der Einweihung der Ortsdurchfahrt im letzten Jahr dem Verein versprochen, beim Jubiläumskonzert dabei zu sein. Und Politiker halten ihre Versprechen". Passend zu den "Winnetou-Melodien" konnten die Musiker dann in die "Pause reiten".

Nach der kleine Verschnaufpause folgte nach einem weiteren Marsch, dem "Police Academy March" mit "Contrasts of Life" ein besonders anspruchsvolles Stück, das auch beim ersten Konzert des Dirigenten im Jahr 2005 aufgeführt worden war und eine ganz besondere Bedeutung für den Dirigenten hatte.

2005 war er im Kassenraum der Kreissparkasse in der Osterwoche ganz zufällig von Heins Plötzer, langjährigem Bassisten des Musikvereins und Musiker der ersten Stunde, angesprochen worden: "Wo ich Dich gerade sehe, wir bräuchten da einen Dirigenten". Als der Hans-Gert Knutzen bei einer Aufführung des besagten Stückes aber hörte, welche musikalischen Qualitäten der Musikverein zu bieten hatte ("Donnerwetter, sowas spielen die?"), war er so begeistert vom Verein und vor allem auch des Potentials des Nachwuchses ("Da spielte ein 13jähriges Mädchen ein solches Solo!"), erklärte er sich sich gerne bereit, den Dirigentenposten in Freilingen zu übernehmen. Aus dem ursprünglich angedachten Übergangsjahr wurden dann fruchtbare 12 Jahre Zusammenarbeit und 13 erfolgreiche Konzerte. 

Das große Engagement des Dirigenten für den Musikverein Freilingen wurde nach einem Grußwort der stellvertretenden Bürgermeisterin, die dem Musikverein auch den "berühmten Umschlag der Gemeinde" überreichte, in einer Ansprache der Vereinskartellsvorsitzenden herausgestellt. Sie überreichte Hans-Gert Knutzen dann auch als Dank für seinen Einsatz einen kleinen Präsentkorb, hatte aber auch für den Musikverein Glückwünsche, Dankesworte und ein Geburtstagsgeschenk mitgebracht.

Glückwünsche gab es an dieser Stelle dann auch an die Geburtstagskinder Simon Hellenthal und Klaus Reiferscheid, die spontan vom Musikverein ein stimmungsvolles Geburtstagsständchen gespielt bekamen. 

Die besondere Stimmung im Verein und das große Zusammengehörigkeitsgefühl wurde danach auch bei der Ehrung der Mitglieder deutlich. Hier wurden zahlreiche Musiker und Inaktive für ihre Treue zum Verein mit Urkunde und Ehrennadelin Bronze, Silber bzw. Gold ausgezeichnet.

"Die anderen Vorstandsmitglieder des Kreismusikerbundes sind in Waldorf und Kall unterwegs, da muss ich die Ehrung hier selber machen", so der Vorsitzende des Musikvereins, Manfred Ramers.  

Tatkräftige Unterstützung bekam er dabei von Peter Reiferscheid, dem zweiten Vorsitzenden des Musikvereins.

Für 10jähriges Verbundenheit zum Musikverein wurden Bettina Begon, Anna Ramers, Alexandra Klasen, Bernd Reiferscheid und Lukas Riethmeister geehrt.

Karina Bichler, die leider krankheitsbedingt fehlte, Markus Hansen, Peter Reiferscheid und Gabi Schnichels können bereits auf eine 25jährige Vereinstätigkeit zurück blicken. 

Eine Auszeichnung für eine 30jährige Vereinstreue erhielten Klaus Reiferscheid und Jörg Schramm. Stefan Hermeling, Ingrid Reiferscheid, Heike Riethmeister und Achim Kremer wurden für stolze 40 Jahre Musikverein geehrt. Eine ebensolche Ehrung erhielt dann der seit 8 Jahren dem Verein vorsitzende Manfred Ramers. Diese wurde dann von Peter Reiferscheid übernommen.

Dabei verriet er, dass man Manfreds Mutter zu verdanken habe, dass "Manni" zur Musik gekommen sei. Die habe ihm für jede Teilnahme an der Probe des Vereins 5 Mark gegeben, was natürlich ein willkommener Anreiz zum Musizieren gewesen sei.

Anschließend wurden dann die langjährigen, inzwischen inaktiven Mitglieder des Vereins geehrt. Auf stolze 50 Jahre Vereinszughörigkeit kann Hans-Peter Birk zurückblicken, der allerdings leider auch krankheitsbedingt nicht am Konzert teilnehmen konnten.

Heinz Hermeling wurde für 60 Jahre ausgezeichnet. Als Musiker der ersten Stunde und damit für 65 Jahre Mitgliedschaft im Musikverein konnte Manfred Ramers dann Hermann Bodden, Heinz Plötzer und Clemens Neubusch ehren, die sich über ein kleines Präsent freuen durften. Kommentar von Heinz Plötzer:" Und jetzt? Müsse mer jetzt noch jet spille?"

Das übernahmen dann doch wieder die aktiven Mitglieder und boten mit "Pirates of the carribbean" ein Stück für Liebhaber von aktueller Filmmusik. Anschließend kamen dann die Freunde der Volksmusik mit dem Titel "Wir Musikanten auf ihre Kosten, bei dem Heike Riethmeister und ihr "Altargeschenk" Guido auch die Gesangsqualitäten des Vereins unter Beweis stellen konnten. 

"Diese Musik ist einfach nur schön. Wir gehen in diesem Stück regelrecht auf" so die Anmoderation von Hans-Gert Knutzen zum vorletzten Programmpunkt, einer Darbietung von 4 berühmten Stücken von Simon und Garfunkel. Bei "Sounds of silence" und "Bridge over troubled water" verspürte man dann schon richtig vorweihnachtliche Stimmung...

Wehmut und Abschiedsstimmung kam dagegen bei der Ankündigung seines letzten Stückes auf :"Jetzt wird es ernst!".

12 Jahre lang habe er zusammen mit dem Musikverein erfolgreich Musik gemacht. Aber er habe seinen geplanten "Ruhestand" früh genug angekündigt, so dass auch bereits ein Nachfolger gefunden sei. Mit seinem von Andrea Reiferscheid professionell getapten lädierten Sprunggelenk stehe er jetzt zum letzten Mal auf der Bühne. Der scheidende Dirigent wandte sich seinen Musikern zu und bedankte sich bei jedem einzelnen von ihnen mit ein paar netten Abschiedsworten und betonte, dass er von manch einem einiges im Laufe der Jahre musikalisch abverlangt habe. So habe Bassist Stefan Hermeling einmal bei einem schwierigen Tonartwechsel auf 4 Kreuzchen gestöhnt:"Oh, ich wuss jar net, datt der Ton up der Tröt überhaupt drupp is". 

Ja, Hans-Gert Knutzen hat in den letzten Jahren einiges geleistet und erreicht. Das wusste auch "Willi" von der "Delegation" des befreundeten Musikvereins, den Königlichen Fanfaren St. Lambertus aus Eindhout, aus Belgien bei seinen Grußworten zu würdigen, der diesmal zum 25. Mal an einem Barbarakonzert in Freilingen teilnahm. Das ist ebenfalls eine Auszeichnung, zumindest aber ein herzliches Dankeschön für so viel Treue wert!

Als Dankeschön für den Dirigenten gab es zum Abschied ein Geschenk und Blumen für die Gattin. 

Nach dem letzten Stück "Pocahontas", bei dem Andrea Reiferscheid auch einen hörenswerten Gesangspart übernahm, blieb dann stehender Applaus und Zugaberufe nicht aus.

Als Überraschung hatte sich der Musikverein für seinen scheidenden Dirigenten eine ganz besondere Überraschung ausgedacht: das obligatorische "Freilingenlied" (Melodie des Marschs "Kameraden auf See" mit einem Text von Ingrid Reifferscheid) hatten die Musiker kurzerhand in eine Abschiedshymne für ihren Dirigenten umgetextet: 

Wir sagen Hans-Gert heute Tschüss, Wir sagen Hans-Gert heute Tschüss

12 Jahre warst Du unser Dirigent, ob's leicht war, das weiß nur, wer uns gut kennt

Wir machten mit Dir gern Musik, und freuten uns auf manches Lied, 

Wir wünschen Dir nur viel Gesundheit und Glück, Herr Knutzen wir sagen nun Tschüss

Zum Abschied wurde dann auch bei den Musikern das ein oder andere kleine Tränchen verdrückt und reichlich Goldglitter auf der Bühne verteilt.

Den absoluten Abschluss stellte dann der "Gruß an die Hoch- und Deutschmeister dar", einem Marsch, der sich der Dirigent zum Abschied eigens gewünscht hatte. Ein würdiges, stimmungsvolles Ende der insgesamt mehr als gelungenen Veranstaltung, die mit langanhaltendem, stehenden Applaus bedacht wurde noch lange in Erinnerung bleiben wird.

Vielen Dank an den Musikverein und an alle Akteure des Musikvereins für dieses unterhaltsame Konzert:

Madita Lohmann, Anna Ramers, Leah Riethmeister, Julia Schnichels, Bettina Begon, Franz-Josef Giefer, Helga Kremer, Andrea Reifferscheid, Alexander Klasen, Christina Ramers, Elisabeth Ramers, Ingrid Reifferscheid, Heike Riethmeister, Gabi Schnichels, Achim Kremer, Daniel Ramers, Manfred Ramers, Manfred Schmitz, Louis Schnichels, Jörg Schramm, Bernd Reiferscheid, Markus Hansen, Stefan Hermeling, Günter Schramm, Peter Reiferscheid, Helmut Reifferscheid, Guido Riethmeister, Jonas Lohmann, Klaus Reiferscheid und Lukas Riethmeister.

Herzlichen Dank auch für die vielen, zusätzlichen Proben und vor allem dafür, dass bei allen Veranstaltungen im Ort, bei denen ein musikalischer Rahmen gebraucht wird, die Musiker bei Wind und Wetter zur Stelle sind. Das kann man nicht oft genug sagen und nicht hoch genug schätzen !

Ein großer Dank geht am Schluss natürlich noch an den Dirigenten Hans-Gert Knutzen für die hervorragende Arbeit, die er in den letzten 12 Jahren in Freilingen geleistet hat.

Wir wünschen ihm für seinen musikalischen Ruhestand alles Gute und rasche Erholung von den Strapazen eines Dirigentenlebens! Tschüss...

Übrigens, wieder einmal vielen Dank an Dirk Lohmann für die tollen Fotos.In der Fotogalerie sind diese Fotos jetzt unter Barbara-Konzert 2017 zu sehen.

Der Rückblick wurde von Wir-in-Freilingen entnommen.